Studiengebühren & Qualitätssicherungsmittel
Abschaffung der Studiengebühren
Mit Beschluss des Landtags vom 21.12.2011 wurden die Studiengebühren in Baden-Württemberg abgeschafft und der Betrag vollständig durch "Qualitätssicherungsmittel" (QuaSiMi) in Höhe von 280 Euro pro Studi aus Landesmitteln kompensiert. 280 Euro statt 500 Euro deshalb, weil durch Ausnahmeregelungen wie die "Geschwisterregelung" seit 2009 durchschnittlich nur so viel Geld pro Studi an Gebühren eingenommen wurde. Eine kleine Geschichte der Studiengebühren und Hochschulfinanzierung haben wir zur Hintergrundinfo für euch erstellt.
Die QuaSiMi sind nicht nur zusätzliche Landesmittel für die Hochschule, sondern auch weiterhin zweckgebunden für die Verbesserung der Studienbedingungen. Außerdem wurde im Gesetz festgeschrieben, dass die QuaSiMi nur im Einvernehmen mit einer legitimierten Vertretung der Studierenden ausgegeben werden dürfen. Das heißt, keine Ausgabe kann gegen den Willen der Studis durchgesetzt werden. Das ist immerhin ein Schritt in Richtung Fairness und Gleichberechtigung.
Grundlegendes zur Verwendung der Studiengebühren
Allgemeine Informationen zum Thema Studiengebühren findet Ihr auf der Homepage der Fachschaftskonferenz (FSK) unter "Studiengebühren".
Ihr könnt dort unter Anderem auch den Senatsbeschluss einsehen, welcher die universitätsinterne Mittelvergabe an die Fachbereiche regelt. Der größte Teil des Gelds, etwa 80\%, geht an Deine Fakultät. Das Rektorat verfügt über 20\% der Mittel als zentrale QuaSiMi, wobei vor jeder Ausgabe das Einvernehmen mit den Studierenden in der zentralen QuaSiMi-Kommission hergestellt werden muss. Daraus geht auch Geld an die zentralen Einrichtungen der Universität, also an die Bibliothek, das Rechenzentrum oder den Hochschulsport. 2012 werden viele Anträge diverser Einrichtungen und Institute an die zentrale QuaSiMi-Kommission entschieden.
Die einzelnen Fächer haben in den letzten Semestern die ihnen zur Verfügung stehenden Gelder nur teilweise ausgegeben, sodass insgesamt noch eine Summe von 1.3 Mio Euro auf den einzelnen Konten der Fakultäten liegen. Deshalb versucht das Rektorat immer wieder durchzusetzen, dass mehr Gelder in zentrale Einrichtungen fließen. Allerdings regt sich hier seitens der Fakultäten und der studentischen Vertretung Widerstand.
Die Studierenden in Heidelberg setzten durch, dass die
Studiengebühren ausschließlich zur Verbesserung der Lehre
verwendet werden durften. Um ausreichend Präsenz in den
Diskussionen zu haben, wurde auch durchgesetzt dass
Studierende in den Kommissionen zur Verteilung der Gelder die
absolute Mehrheit haben. Die studentischen VertreterInnen der
Kommission werden auf Vorschlag der Fachschaft vom
Fakultätsrat gewählt. Diese Gremien haben allerdings nur
beratende Funktion. Der von der Kommission beschlossene
Verwendungsplan wird dem Fakultätsrat zur Entscheidung
vorgelegt. Die Budgetverantwortung liegt beim Dekanat.
Diese Struktur wurde bei Einführung der QuaSiMi oftmals
übernommen. An einigen Fakultäten, darunter die für Physik
& Astronomie, wurde die Kompetenz der Mittelverwendung an
die Studienkommission übergeben und die
Studiengebührenkommission aufgelöst.
Solltet Ihr eine konkrete Idee oder Fragen zur Mittelverwendung haben, könnt Ihr euch natürlich jederzeit per Mail an uns wenden oder noch besser in unserer Fachschaftssitzung vorbeikommen.
Konkrete Mittelverwendung
um die neuesten Zahlen...
...geht es auf dieser Seite der Universität. Die Erstellung dieser Seite war auch immer eine Forderung der Fachschaft MathPhys um alle Studierenden umfassend über die Verwendung der Studiengebühren zu informieren. Wenn ihr die Seite zu uniformativ findet, wendet euch doch an uns, wir beschweren uns dann bei der zuständigen Stelle und können euch vielleicht auch eventuelle Fragen beantworten.
Mittelvergabe in der Mathematik
Die Fakultät für Mathematik und Informatik bildet zur Beschlussfassung über die Empfehlung zur Mittelverwendung eine Art "gemeinsame Studienkommission". Diese setzt sich aus allen Mitgliedern der beiden Studienkommissionen Mathematik und Informatik zusammen, wobei zur Herstellung der geforderten Mehrheiten einige Mitglieder bei Beschlüssen zur Empfehlung für den Verwendungsplan nur eine beratende Stimme besitzen. Wer die momentanen studentischen Vertreter sind, könnt Ihr unter Gremienmitglieder einsehen. Über die hier erarbeitete Vorlage entscheidet dann der Fakultätsrat resp. der Fakultätsvorstand (Dekan).
Mittelvergabe in der Physik
Die Studiengebührenkommission Physik, wo vier Studis beteiligt waren, wurde infolge der Einführung der Qualitätssicherungsmittel aufgelöst und ihre Kompetenzen an die Studienkommission übertragen. Obwohl Studierende dort nicht die Mehrheit haben, sichert das Gesetz ihnen ein Vetorecht zu.
Eine genaue Aufschlüsselung findet sich im Verteilungsplan.
Auflistung der Mittelverwedung
Mathematik und Informatik- Mitarbeiter*innenstellen: Lehr-/Servicepersonal, Lehraufträge, Assistent*innen
- Hilfskraftmittel: Tutor*innen und zusätzliche Übungsgruppen
- Ausstattung: Computerpools, Hörsäle, Seminarräume
- Materialien: Softwarelizenzen, Skripte, Bücher, eBooks, Zeitschriften
- Weiter wurden Mittel zur Modernisierung der mangelhaften Ausstattung der Hörsäle, Computerpools, sowie der Bibliothek investiert.
- Mittelbaustellen: Mediziner*innenausbildung, Studienberatung, Lehramtsausbildung, Aufbau des IUP-Praktikums
- AP + FP Versuche: Modernisierung bestehender Versuche, neue Praktika im FP und dem IUP
- Öffnungszeiten:Erweiterung der Öffnungszeiten in der KIP-Bibliothek sowie dem Studentensekretariat
- Hilfskraftmittel: Tutor*innen und zusätzliche Übungsgruppen
- Materialien: Skripte, Bücher, eBooks, Zeitschriften
- Da experimentelle Erfahrung enorm wichtig für Physiker*innen ist, wurde und wird viel Geld in aktuellste Versuche investiert. Eine Bereicherung stellen sicher auch die Exkursionen nach vielen Kursvorlesungen dar (CERN, GSI...).
alte Zahlen...
Eine alte Aufstellung findet ihr in einer Ausgabe des MathPhysInfos.
Nach einer Hochrechnung der Zentralen Universitätsverwaltung kann die Fakultät für Mathematik und Informatik pro Semester mit ca. 330.000 Euro rechnen.Den Verwendungsplan 2007 und eine erste Abrechnung findet ihr hier.
Die Fakultät für Physik und Astronomie rechnet pro Semester mit ca. 420.000 Euro.